Blog von Christine Arana Fader

Lichtpionier
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Merlin ... Ritual mit dem Feuer


Ich bin in Avalon, es ist früh am Morgen, und die ganze Welt um mich herum ist mit Tautropfen geschmückt. Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne steht noch sehr tief und ist noch hinter dem Wald versteckt. Es ist wundervoll hier in den frühen Morgenstunden, ich fühle mich rundherum unglaublich wohl. Der Frieden der Heiligen Insel durchströmt mich. Was macht den Frieden hier aus?, frage ich mich. Hier spüre ich keinen Druck, hier kann ich entspannt sein, ohne den Drang, noch schnell dies oder jenes tun zu müssen. Hier in Avalon gab es immer viel zu tun, aber niemand sagt, du musst in einer Stunde damit fertig sein, nein, hier konnte jeder im Fluss seines eigenen Rhythmus leben. Das fehlt mir. Wenn Besuch nach Avalon kam und das Brot war noch im Ofen, war das für niemanden ein Problem, man reichte dann einen Apfel. Man konnte nie genau wissen, wann der Besuch ankommen würde. Es war durchaus möglich, dass ein angekündigter Besuch einige Tage später eintraf, als gedacht, und niemanden kümmerte das. Es ist ein Segen, hier zu stehen und für eine kurze Zeit der Hektik und der Schnelllebigkeit unserer Zeit zu entkommen. Ich blicke zum Boot, ich spüre, dass ich heute nicht übersetzen möchte. Am liebsten würde ich für immer hier bleiben, diesen unglaublich tiefen Frieden, den ich hier spüre, vermisse ich so sehr in meiner Welt. Ich seufze und blicke nach links, die Apfelbäume tragen in diesem Jahr sehr gut, ich sehe Merlin zwischen ihnen und muss lächeln, wie schön. Mit Freude in meinem Herzen laufe ich auf ihn zu, ich
lasse mir Zeit und schaue mich beim Laufen um.
»Ich dachte, es wäre schön, heute mit dir in Avalon zu sein«, er strahlt mich an. »Es gibt kaum einen Ort, an dem so häufig Rituale vollzogen wurden, um die Elemente
anzurufen, sich mit ihnen zu vereinigen, um das Licht und die Schwingung des fünften Elements zu erwecken, die Liebe. Hier haben die jungen Priesterinnen
gelernt, dass es neun Elemente gibt, da jedes der vier Elemente, Feuer, Erde, Wasser und Luft, der Dualität unterliegt. Das Element Feuer ist positiv, weil es Reinigung bringt, aber auch negativ weil es eine unglaubliche Energie der Zerstörung in sich trägt. Und so verhält es sich mit allen Elementen, deshalb müssen sie stets
in beiden Schwingungen wahrgenommen werden. Hier hast du gelernt, dass das Element Feuer dem Süden zugeordnet ist und dass die Priesterin oder der Magier
dieses Element in den Ritualen mit dem Schwert oder Dolch beherrscht. Dieses Wissen ist ein sehr altes Wissen, die ersten Priesterinnen übernahmen es von den
Druiden. Mit einem geweihten Dolch trennen wir im Ritual Dinge ab, wie energetische Verbindungen zu anderen Menschen, Verbindungen, die uns nicht guttun.
Aber auch die Verbindung zu einem inneren Zustand kann getrennt werden. Wenn wir dies tun, dann nutzen wir die Macht des Element Feuers, die Macht der Zerstörung. Doch gleichzeitig entsteht etwas Neues, eine neue, prickelnde, lebendige Energie. Eine befreite Energie, die uns aufatmen lässt. Auch die Sonne ist Feuer, sie lässt all das Leben hier um uns herum entstehen durch ihr gesegnetes Licht, doch zu viel davon zerstört die Natur, und alles vertrocknet und verdorrt. Es ist
wichtig, zu verstehen, dass die Elemente in uns ausgeglichen sein müssen. Die schöpferische Kraft muss genauso vorhanden sein und gelebt werden wie die zerstörerische. Die Zerstörerische Kraft brauchen wir, um uns zu reinigen, um uns zu befreien. Die Elementelehre hier auf Avalon und auch auf Anglesey, der Insel der
Druiden, begann mit dem Feuer. Oft übernahm einer unserer weisen Druiden auf Avalon die Ausbildung der Mädchen. Die Zeit dieser Ausbildung begann immer
mit Beltane, wenn das große Feuer entzündet wurde, es war immer ein rauschendes Fest mit viel Freude, Tanz, Musik und vielen Gästen. Beltane wurde in der Siedlung
gefeiert, nicht auf Avalon. Diese Nacht war eine Nacht des Feuers und der Liebe, viele Kinder wurden in dieser Nacht gezeugt. Auch bei der ein oder anderen
Priesterin. Beendet wurde diese intensive Ausbildung mit dem Beltanefeuer im darauffolgenden Jahr. Erinnerst du dich an diese Zeit?« Merlin schaut mich an, nur
langsam kommen die Bilder von einst in meinen Kopf.
»Ja, ein sehr alter Druide war damals auf Avalon, er konnte schlecht laufen, oft habe ich ihm meinen Arm angeboten, um ihn zurück zum Haus zu geleiten, da wir die meiste Zeit hier unter den Apfelbäumen zusammenkamen. Er hatte einen so wundervollen Humor, es war ein lehrreiches Jahr, ein Jahr, in dem wir unglaublich
viel gelacht haben.« Die Gefühle der Erinnerung lassen mich schmunzeln, oh, wie gern würde ich dieses Jahr noch einmal erleben. Ganz plötzlich werden meine
Augen feucht, ich vermisse dies alles so sehr.
»Damals hast du gelernt, einen Dolch mit dem Element Feuer zu segnen, um diesen bei Ritualen oder auch im Alltag einzusetzen. Die Elemente Feuer und Erde arbeiten kraftvoll auf Körperebene, die Elemente Wasser und Luft arbeiten kraftvoll auf der feinstofflichen Ebene, wie in der Aura oder dem Lichtkörper. Der Dolch wurde also eingesetzt um Wunden zu versorgen oder um mithilfe eines Rituals etwas aus dem Körper zu lösen. Die Priesterinnen, die an der Ausbildung teilnahmen, entzündeten am frühen Abend das Beltanefeuer und weihten mit einem wunderschönen Ritual
ihren Dolch. Erinnerst du dich?«
»Ja, wir standen um das Feuer herum, ich war damals achtzehn Jahre alt, und in meiner Gruppe waren wir einundzwanzig Mädchen, alle im gleichen Alter.
Fast alle Mädchen hielten einen kleinen Dolch in ihren Händen, nur drei von ihnen hatten sich für eine kleine Sichel entschieden, und ich hielt mein Schwert in den
Händen, jenes Schwert, das ich von dir zu meiner Weihe zur Priesterin geschenkt bekommen hatte. Ich hielt das Schwert vor mein Herz, mit der Spitze zum Boden. Wir
sollten in das Feuer schauen und uns mit ihm vereinen, ich bewegte mich leicht wie die Flammen vor meinen Augen. Dann sollten wir das Feuer in uns entfachen. Ich
bewegte mich schneller, und mir wurde sehr heiß. Wir sollten unser inneres Feuer in unsere Dolche oder Sicheln fließen lassen, und ich natürlich in mein Schwert, und dann niederknien, wir sollten Demut zeigen mit einem gesenkten Haupt und unsere Gegenstände in das Feuer halten. Wir sollten über den Gegenstand unser inneres Feuer in das große Feuer vor uns fließen lassen, als Zeichen dafür, dass wir für eine Gemeinschaft einstehen, als Zeichen dafür, dass wir bereit sind, alles zu geben, was in uns ist zum Wohle aller. Oh, ich kann mich gut daran erinnern, wie das Beltanefeuer plötzlich aufloderte und wie die vielen Menschen, die in einem
großen Kreis um uns herumstanden jubelten und in die Hände klatschten. Doch der alte Druide ermahnte uns, weiter konzentriert zu bleiben. Mein Schwert wurde
langsam heiß in meiner Hand, doch wir verfielen alle in eine tiefe Trance. Jetzt sollten wir das große Feuer der Gemeinschaft in uns empfangen, die Energie floss
zu uns zurück, kraftvoll und lodernd. Wir verankerten die Energie des Feuers in unseren Gegenständen.
Wir zogen sie aus dem Feuer zurück, legten sie auf die Erde vor uns und tanzten einmal um das Feuer herum, jede von uns in tiefer Trance und mit einer verbrannten
Hand, doch spürten wir dies nicht. Wir tanzten und bewegten uns wie Feuer, ein sehr erotischer Anblick. Als jede von uns wieder vor ihrem Dolch oder ihrer Sichel stand und ich vor meinem Schwert, knieten wir nieder, hielten unsere Hände darüber und sprachen gemeinsam den magischen Spruch, angeleitet von dem alten Druiden, es war wundervoll.« Ich lächle Merlin an.
»Erinnerst du dich an den magischen Spruch?«
Ich überlege einen Moment.
»Zuerst zeichnete ich ein Pentagramm über mein Schwert, ich schob es mit meiner rechten Hand in das Schwert hinein und sprach laut mit allen anderen zusammen:
»Mögest du Schutz sein«. Dann hielt ich beide Hände über das Schwert, und wir baten Lugh, den Gott der Sonne, und Brigid, die strahlende Göttin des Feuers,
um ihre heilenden Kräfte, ich spürte ganz deutlich, wie die Kräfte in mein Schwert flossen. Ich streute etwas Erde auf mein Schwert, und wir wiederholten laut die Worte des alten Druiden. Alle Mädchen sprachen im Chor, meine Hände lagen dabei fest auf meinem Schwert«, ich schaue Merlin an und atme tief ein, um den magischen Spruch mit der gleichen Hingabe wie einst zu wiederholen:
»Gemeinsam dienen wir der großen Göttin. Möge die Kraft des Feuers in dir sein, um
das heilige Element Feuer in mir zu stärken. Mit der Macht meiner Magie und mithilfe des Lichtes von Avalon und Anglesey erschaffe ich jetzt die Kraft des Elementes Feuer in mir und in meinem Schwert. Mögen wir von heute an in Liebe die Kraft der Zerstörung, der Erneuerung und der Transformation in die Welt und zu all den Wesen bringen, die diese benötigen. Möge das heilige Feuer in uns alle Ketten sprengen, die die magische Macht klein halten wollen. Möge das heilige Feuer in uns alles verbrennen, was den freien Willen einsperrt. Möge das heilige Feuer in uns jeden Zweifel in Vertrauen wandeln. Ich bin Dienerin des magischen Feuers, und so diene es von nun an mir. Frei fließt mein Geist. Frei fließt meine Macht in dieser Welt und in allen anderen Welten, in dieser Zeit und in allen anderen Zeiten, in dieser Dimension und in allen Dimensionen. So sei es.«
Ich blicke Merlin tief in die Augen, er blickt mich eine Zeit lang schweigend an, bis ich weiterspreche.
»Dann kamen rasch die älteren Priesterinnen zu uns, um unsere verbrannten Hände mit einer heilenden Paste einzureiben und einen Verband anzulegen, bei fast keiner von uns blieben Narben zurück. Noch heute liebe ich es, mich mit den Elementen zu verbinden, ich liebe es, zu visualisieren, wie ich in das Innere von Lady Gaia falle, in das Magma. Alle energetischen Schnüre verbrennen, jene Verbindungen, die mir nicht dienen. Es tut dem Körper sehr gut, er entspannt sich total, und ich atme so gern Feuer ein, in meinen Visualisierungen versteht sich, ich spüre, dass das Feuer in mir Verschmutzungen und auch Stress einfach verbrennt.«
Noch immer blickt mich Merlin an, das macht mich etwas nervös. Er hebt seine Hand und berührt sanft meine Wange, er lächelt und löst sich vor meinen Augen
in Licht auf.

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